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ERDFUNKSTELLE RAISTING: BESTE VERBINDUNGEN ZUM ALL

25 Juli 2010

Außergewöhnliche Technologie inmitten reizvoller Landschaft im idyllischen Voralpenland südlich des Ammersees, das ist das Industriedenkmal Erdfunkstelle Raisting.

Ein Besuch lohnt sich für Technikbegeisterte und für Naturliebhaber gleichermaßen.

Der Standort für die erste deutsche Bodenstation für interkontinentalen Satellitenfunk wurde aufgrund der südlichen Lage innerhalb Deutschlands sowie aufgrund der Funkstörfreiheit ausgewählt.

Raisting liegt im Stammbecken des Ammerseegletschers auf einem großen Schotterdelta der Rott.

Im Jahr 1964 wurde die Anlage von der deutschen Bundespost in Betrieb genommen und erste Fernsehbilder aus Übersee kamen über den Satelliten zu uns nach Deutschland.

Insgesamt 18 Parabolantennen, darunter fünf Großantennen, die über einen Spiegeldurchmesser von bis zu 32 Metern verfügen, halten auf einem ca. 13 Hektar großen Gelände Verbindung zu mittlerweile neun Satelliten in einer Höhe von 36.000 Kilometern im Weltall.

Die großen Antennen dienen zur Verfolgung der Satelliten auf ihrer Bahn um die Erde, die kleineren zum Datentransfer sowie zur Internet- und Telekommunikation.

Mit Aufteilung der Behörde "Deutsche Bundespost" führte die Deutsche Telekom die Kommunikationsdienste bis 2005 weiter. Zum 31.12.2005 wurde die Erdfunkstelle Raisting geschlossen und der Betrieb eingestellt.

Mittlerweile wurde sie mit Ausnahme des Radoms* an das amerikanische Unternehmen EMC (Emerging Market Communications Inc.) verkauft.


Wer mehr über die Funktion der Antennen, die Geschichte und den Zweck der Erdfunkstelle erfahren möchte, der kann sich bei einer persönlichen Führung darüber informieren. Die Führungen erfolgen nach vorheriger terminlicher Vereinbarung.

Auch für Naturliebhaber gibt es einiges zu sehen. Inmitten von Wiesen und Kornfeldern sind uns je nach Tageszeit Störche, Rehe, Hasen und sogar Eulen begegnet.

Allerdings gibt es auch eine Vielzahl von Mücken. Daher auf keinen Fall Autan vergessen!

Eine fast schon unwirkliche Kulisse: die Wallfahrtskirche St. Johann am Rand der Weltraumempfangsantennen.

Der Radom ist die Antenne I der Satelliten-Bodenstation mit kugel-artiger Schutzhülle. Es war die erste Anlage für Telekommunikation via Satellit in Deutschland.

Die rd. 40 Meter hohe Kuppel wurde erstellt, um die darin befindlichen Antennen vor Witterungseinflüssen zu schützen. Die nächsten Antennen benötigten aufgrund fortgeschrittener Technologie keine Schutzhülle mehr.

Im Jahr 1999 wurde das Radom unter Denkmalschutz gestellt; heute dient es u.a. als Leinwand für ein open Air Kino.
 

Weitere Bilder sind unter der Kategorie "Industriekultur" zu finden.

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