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HALDE HANIEL MIT NACHTWOLKEN

06 Juli 2014

Im Ruhrgebiet haben die sich wieder etwas besonders schönes ausgedacht. Die "Rolling Stones Show" heißt die Veranstaltung, die in diesen Tagen im Amphitheater auf der Halde Haniel vom Westfälischen Landestheater aufgeführt wird.

Ein ausgesprochen interessanter Spielort inmitten einer imposanten Kulisse. Eigentlich war das auch nur der Grund für mich, da mal wieder hinzufahren um mir anzusehen, was die da oben veranstalten.

Die Halde Haniel gehört mit rd. 160 Metern (Höhe über NN) zu den Höchsten im Ruhrgebiet. Das Amphitheater wurde auf der Haldenkuppe nach griechischem Vorbild angelegt und bietet bis zu 800 Besuchern Platz. Seit 1999 wird diese Bergarena für Open Air Aufführungen genutzt.

Die Veranstaltung beginnt um acht, ab halb sieben fahren Pendelbusse die Besucher rauf auf das Haldenplateau und später auch wieder runter. Ich entscheide mich für die Eigenanreise mittels Fahrrad und schleppe mich, mein Kameragepäck und sonstiges Zubehör da hoch.

Oben angekommen sind die ersten Busse bereits da. Während die Besucher frisch & fröhlich ihre Plätze in der Arena einnehmen und sich mit mitgebrachten Kühlboxen und Sitzkissen bequem einrichten, geht es für mich (völlig erschöpft von der Anreise) erstmal rein in`s Bierzelt. Ja es gibt ein Bierzelt da oben. Und kühle Getränke. Und Bratwurst.

Um viertel vor zehn verschwinden die letzten Sonnenstrahlen hinter`m Horizont. Die Veranstaltung läuft.

Ich habe meinen Logenplatz einige Meter höher eingenommen. Da wo die Totems in den Ruhrpotthimmel ragen. Symbolfiguren heidnischen Ursprungs, die aus Grubenholz gefertigt wurden. Ausgedacht hat sich das mal vor Jahren der Herr Ibarrola, ein spanischer Bildhauer. Die Totems sollen den scheinaren Gegensatz von Industrie und Natur zusammenführen.

Die Menschen die wir hier oben treffen sind alle hübsch angezogen

Um viertel vor Elf fahren die letzten Busse zurück. Es wird ruhiger auf der Berghalde.

Kurz darauf erscheinen interessante Phänomene am Ruhrpotthimmel. Sogenannte "Nachtwolken" treten in Erscheinung, Wolken bestehend aus Eiskristallen in rund 80 Kilometern Höhe, die noch von der Sonne angeleuchtet werden. Die Nachtwolken sind bis Mitternacht noch sichtbar.

Nebenan auf dem nicht begehbaren Teil der Halde wird die Nacht über fleißig Abraum aus Zeche Prosper Haniel geschüttet. Dazu gibt es ein Froschkonzert der Extraklasse. Auf dem fertigen Teil der Halde gibt es nämlich viel Natur. Ruhrpottromantik pur.

Ich harre weiter aus. Windig und staubig ist es da oben. Wenigstens einigermaßen gut temperiert. Trotzdem gut, daß ich Zubehör mitgenommen habe. Ich habe alles zwischen die Kameraausrüstung gequetscht, was ging. Jetzt bin ich froh, daß ich eine Decke und eine Kanne Kaffee für später habe. Lediglich mein Autan kommt nicht zum Einsatz. Mücken gibt es hier oben nicht. Vermutlich wegen der vielen Frösche.

Um zwanzig vor drei sind bereits erste Nachtwolken wieder sichtbar. Noch intensiver als noch vor drei Stunden nach Sonnenuntergang. Von Minute zu Minute werden es mehr.

Die nachfolgenden Aufnahmen sind zwischen halb vier und vier Uhr Nachts entstanden.

Die rd. 10 km Luftlinie entfernte Halde Scholven in Gelsenkirchen mit Kraftwerk Scholven im Vordergrund und Raffinerie rechts im Bild, links am Bildrand ist der Chemiepark Marl noch erkennbar.

Wunderbares Morgenlicht dann ab halb fünf. Die Nachtwolken sind nun nicht mehr zu sehen. Es gibt mitgebrachten lauwarmen Kaffee.

Um halb sechs geht schließlich die Sonne auf.

Neben der geplanten Veranstaltung war es wieder einmal die Natur, die eines ihrer schönsten Schauspiele gegeben hat. Nach 10 Stunden auf Halde Haniel freue ich mich unten angekommen auf den ersten heißen Kaffee.

Die Bilder sind unter Eingabe des Suchbegriffs Halde Haniel   zu finden.

Alle Bilder © deutschlandistschoen.com. Bitte sei so fair und respektiere copyright.

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