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SCHLOSSKIRCHE EISENBERG

14 Mai 2014

Und auf einmal sind wir mitten in einem anderen Jahrhundert. Genauer gesagt am Ende eines Jahrhunderts. Und zwar des 17. JH.  Eine der schönsten Barockkirchen Deutschlands. In Thüringen in Eisenberg steht sie, die Schlosskirche St. Trinitatis.

Bauen lassen hat sie damals Herzog Christian und zwar an die Ostwand seines Schlosses. Von außen eher schlicht, erwartet den Besucher innen ein liebevoll ausgestatteter Kirchenraum mit Unmengen von Stuck und zahlreichen barocken Elementen.

Sehr lange hat der Herzog von seiner Kirche dann nichts gehabt, denn bereits 15 Jahre nach der Einweihung im Jahr 1692 verstarb der Herzog 1707 und das kleine Herzogtum wurde aufgelöst.

Währenddessen jedoch, als die Kirche in Betrieb war und Gottesdienste stattfanden, saßen der Hofstab im Erdgeschoß, der Herzog & Consorten im 1. Stock und die dazugehörigen Damen in der Loge ganz oben. Überhaupt erinnert die Kirche eher an einen prunkvoll ausgestatteten Theatersaal als an ein Gotteshaus.

Später dann, nach Auflösung des Herzogtums, hat die Kirche viel erlebt. Zwei Weltkriege hat sie überstanden und zu DDR Zeiten stand sie kurz vor dem Verfall. Die wertvollen Stuckarbeiten und Wandbilder waren mit Latex überstriechen wie ja so vieles in der DDR.

Nach der Wende dann im Jahr 1989 wurde sie in einem Zeitraum von nur 3 Jahren aufwändig von einheimischen Kunsthandwerkern und Restauratoren mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Bonn, des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege Erfurt und der Stadtverwaltung Eisenberg restauriert.

Auf Grundlage alter Schablonen wurden die Wandbilder wieder hergestellt und die Stuckarbeiten in mühevoller Handarbeit von der Latexfarbe befreit und Instandgesetzt.

Allein dieses Deckengemälde (obere Mitte)  ist umgeben von einem Kranz aus 2.500 Lorbeerblättern, die alle einzeln herausgenommen, restauriert und wieder eingesetzt wurden.

Ebenfalls restauriert wurde das benachbart gelegene Schloss, dessen Räume ebenfalls mit Stuckarbeiten und barocken Elementen ausgestattet sind. Es wird heute als Verwaltungssitz der Stadt Eisenberg genutzt.

Die Kirche befindet sich ebenfalls im Eigentum der Stadt und ist von Dienstags - Sonntags für ein Eintrittsgeld von 1 EURO zu besichtigen. Wer fotografieren moechte bezahlt das doppelte. Ein bescheidener Betrag im Verhältnis zu dem, was der Besucher dort erleben darf. Eine Zeitreise in ein anderes Jahrhundert und interessante Informationen zur Geschichte der Kirche erhält der Besucher vom freundlichen Aufsichtspersonal, wenn er denn moechte.

*Alle Informationen von der Stadt Eisenberg (Aufsicht in der Kirche) bzw. aus Prospektmaterial.

Die Bilder sind unter der Kategorie  Sakralbauten  zu finden.

Alle Bilder © deutschlandistschoen.com. Bitte sei so fair und respektiere copyright.

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