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HERMANNSDENKMAL

16 September 2013

"Deutsche Einigkeit meine Stärke, meine Stärke Deutschlands Macht" so lautet die Inschrift auf dem Schwert von Hermann dem Cherusker. Angelehnt an die historische Person des Cheruskerfürsten Arminius, wurde Hermann der Cherusker in Deutschland eine Symbolfigur.

Von der mythischen Repräsentationsfigur der Kultur- und Staatsnation bis hin zum Friedensmahnmal. Das Hermannsdenkmal hat schon viel mitgemacht. Das Kaiserreich, zwei Weltkriege und den Nationalsozialismus. Als es denn dann erstmal fertig war. Und das war ja auch so eine Sache.

2000 Jahre ist es nun schon her, daß der germanische Feldherr Arminius als Anführer von germanischen Stämmen im Teutoburger Wald ein römisches Heer unter Varus in einen Hinterhalt lockte und dadurch vernichtete. Genauer gesagt war das um 9 nach Christus. Die Hermannsschlacht gilt in der Geschichte daher auch als Sieg über die Fremdherrschaft und Geburtsstunde der Deutschen.

Das ist natürlich ein Grund, ein Denkmal zu bauen. Und zwar zu Ehren des Cheruskerfürsten. Die Idee dazu hatte der Herr von Bandel. Ernst von Bandel genauer gesagt, ein Bildhauer, der im Jahr 1800 in Franken geboren wurde und rd. 37 Jahre später nach Detmold übersiedelte.

Zeit seines Lebens widmete der Herr Bandel der Planung und Umsetzung dieses Denkmals. Erste Skizzen von ihm hierzu stammen aus dem Jahr 1819.

Als Aufstellungsort hat er sich einen schönen Berg im Teutoburger Wald ausgesucht. Die Grotenburg. In vielen Jahren der Bauarbeiten wohnte er sogar dort. In einer Blockhütte auf seinem Berg. Der "Bandelhütte".

Neuere archäologische Untersuchungen vermuten die historische Kampfstätte zwar inzwischen weiter westlich in der Nähe von Osnabrück, das tut dem Hermannsdenkmal jedoch keinen Abbruch.

Mit dem Sockel wurden die im Jahr 1838 fertig. Danach passierte dann aber erstmal lange nichts weil finanzielle Mittel fehlten und das obwohl der Herr Bandel auch sein Privatvermögen opferte.

Der ging dann zunächst nach Hannover wo ihn dann später König Wilhelm I von Preußen besuchte und danach 10.000 Taler aus seiner Privatschatulle für das Denkmal spendete. Auch viele andere haben Geld gespendet. Der gleiche Betrag wurde vom Reichstag bewilligt, der größte Betrag von 37.000 Talern kam jedoch durch Spenden der deutschen Bevölkerung. Auch das österreichische Kaiserhaus und die deutschen Fürstenhäuser haben noch etwas dazugetan. Sogar der Herr Heinrich Heine. Insgesamt hat das Denkmal 90.000 Taler gekostet - halb so viel wie die Bavaria in München. Der Herr von Bandel im übrigen hat auf ein Künstlerhonorar verzichtet. So konnte 24 Jahre später dann der Bau des Denkmals wieder aufgenommen werden.

1875 dann wurde das Denkmal fertiggestellt und am 16. August 1876 feierlich eingeweiht. Nachdem Herr Bandel persönlich auf der Ehrentribüne neben Kaiser Wilhelm I. saß und mit Orden und Ehren gefeiert wurde, starb der Bildhauer ein Jahr später.

Die veränderte politische Situation, der Sieg über Frankreich und die Reichsgründung führte beim Hermannsdenkmal zum Bedeutungswandel. Es stand nun neben der Befreiung Germaniens von der Römerherrschaft auch als Symbol des Sieges über Frankreich. Der Hermann blickt somit nicht wie anfangs geplant nach Süden in Richtung Rom, sondern nach Westen zum besiegten Frankreich.

Das Hermannsdenkmal ist eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland und hat als beliebtes Ausflugsziel im Jahr rund eine Million Besucher. Neben der Walhalla (Regensburg) und der Bavaria (München) ist es das einzige größere Denkmalprojekt in der ersten Hälfte des 19. JH von überregionaler Bedeutung.

*Informationen und Textteile aus dem Internet Portal "Westfälische Geschichte"

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